Naseweis

Naseweis (in den Comics auch Fee Glöckchen; engl. Tinker Bell) ist eine Fee und eine Prinzessin. Erdacht wurde sie vom schottischen Schriftstelles J.M. Barrie. Sie ist vor allem durch ihren großen Auftritt im Film Peter Pan bekannt, hat sich aber längst zu einem zu einem Maskottchen der Walt Disney Company entwickelt.
Aussehen
Naseweis ist eine etwa handgroße Fee und von eher schlanker Gestalt mit insektenartigen Flügeln auf dem Rücken. Sie hat dunkelblaue Augen sowie blonde Haare, die sie zu einem Dutt gebunden hat. Sie trägt ein trägerloses grünes Kleid und einen Mini-Rock. Ihre Schuhe sind ebenfalls grün und werden an der Fußspitze von kleineren weißen Bommeln ergänzt.
Es gibt den Mythos, dass die ursprüngliche Zeichentrickversion von Tinker Bell dem Model Marilyn Monroe nachempfunden war. Der Disney-Zeichner Marc Davis orientierte sich jedoch in erster Linie an der Schauspielerin Margaret Kerry[1] und zeichnete Tinker Bell als attraktive, blonde, blauäugige, junge weiße Frau mit einer übertriebenen Sanduhrfigur.
Davis' erstes Modell für die Figur war die 19-jährige Ginni Mack, die zuvor als Gesicht der Inking- und Farbabteilung des Unternehmens für Werbematerial verwendet worden war und als Modell für den Gesichtsausdruck diente. Für den Körper der Figur arbeitete Davis zunächst mit Kathryn Beaumont, die ihm schon für Alice Modell gestanden hatte. Auf der Suche nach einer "erwachseneren", "sexy" und wohlgeformten Figur wandte man sich an Margaret Kerry, die 1949 in Hollywood als "World's Most Beautiful Legs" ausgezeichnet worden war und deren Erfahrung als Tänzerin half, die Emotionen der Figur zu vermitteln.[2]
Im Film „Tinkerbell: Die Suche nach dem verlorenen Schatz“ trägt Naseweis erstmalig ein neues Outfit, das jedoch auf dem alten Design basiert.
Persönlichkeit
Naseweis ist stets lebenslustig, munter und hilfsbereit. Jedoch kann sie auch schnell wütend werden, wenn sie zum Beispiel missverstanden wird oder sich jemand lustig über sie macht. Allerdings besitzt sie auch sehr viel Temperament, weshalb sie ihrer Wut Luft macht; bei ihren Wutanfällen bekommt sie häufig einen knallroten Kopf. Sie ist eine treue Freundin, wenn man sie erst einmal richtig kennen gelernt hat. Wichtigstes Charaktermerkmal ist ihre stetige Neugier und der damit verbundene Drang, Neues zu entdecken. Dabei setzt sie sich auch gern einmal über Verbote hinweg und setzt ihren eigenen Kopf durch, was sie auch schon häufig in Schwierigkeiten brachte. Aus Überzeugung heraus gibt sie niemals kampflos auf und bleibt hartnäckig. Manchmal ist sie auch etwas frech, ungeduldig oder auch ein bisschen eifersüchtig.
Sie ist zudem sehr an technischen Gerätschaften und den großen Maschinen der Menschen interessiert.
Fähigkeiten
Seit ihrem Debut in Peter Pan galt Naseweis als stummer Charakter, der sich nicht durch Sprache mit anderen verständigt. Sie drückt sich daher durch pantomimische Gesten und Artikulationen aus, die jeweils interpretiert werden müssen. Erst seit der Veröffentlichung ihres eigenen Kinofilm (Tinkerbell) spricht sie und wurde von Mae Whitman synchronisiert, im Deutschen von Gabrielle Pietermann.
Alle Menschen hören, wenn Tinkerbell mit ihnen redet, nur das Klingeln eines Glöckchens. Ausschließlich Peter Pan kann verstehen, was Tinkerbell sagt.
Als Fee kann Tinkerbell fliegen und produziert Feenstaub, der es anderen erlaubt, zu fliegen. Ursprünglich wurde im Buch kein Feenstaub erwähnt, aber Barrie fügte dem Skript diesen als Notwendigkeit hinzu, um zu erklären, weshalb Naseweis und die Kinder fliegen können. Es sollten dadurch auch Unfälle vermieden werden, weil "so viele Kinder versuchten, aus ihren Betten zu fliegen und ärztlich behandelt werden mussten".[3]
Auftritte
Bekannt wurde die kleine Fee vor allem durch ihren ersten animierten Auftritt im Kinofilm Peter Pan (1953). Dort lebt Naseweis mit Peter Pan und seinen verlorenen Jungen im Nimmerland. Ohne die Hilfe von Naseweis wäre Peter Pan aus einigen brenzligen Situationen nicht allein herausgekommen.
Zu sehen ist sie kurz im Film Falsches Spiel mit Roger Rabbit oder auch der Zeichentrickserie Mickys Clubhaus.
Filme
- Peter Pan (1924)
- Peter Pan (1953)
- Tinkerbell (2008)
- Tinkerbell: Die Suche nach dem verlorenen Schatz (2009)
- Tinkerbell: Ein Sommer voller Abenteuer
- Die großen Feenspiele
- Das Geheimnis der Feenflügel
- Tinkerbell und die Piratenfee
- Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest
In den Filmen der Reihe „Disney Fairies“ ist Naseweis eine Tinkerfee und repariert Kessel, Töpfe und Pfannen. Sie erfindet neue Werkzeuge und Maschinen für die Feen und erleichtert so die Vorbereitungen für die bevorstehenden Jahreszeiten.
Videospiele
- Tinkerbell
- Tinkerbell: Die Suche nach dem verlorenen Schatz
- Tinkerbells Abenteuer
- Tinkerbell: Ein Sommer voller Abenteuer
- Kingdom Hearts
- Kingdom Hearts: Chain of Memories
- Kingdom Hearts II
- Kingdom Hearts: 358/2 Days
- Kingdom Hearts: Birth by Sleep
- Disney Magical World
Trivia
- Tinkerbell schwebt vor Beginn der Disney-Filme auf die klassische Disneyburg zu und verzaubert seitdem alle Disney-Fans, die sich auf den nachfolgenden Film freuen.
- Im ersten Entwurf des Kinderbuches wurde sie noch „Tippy-toe“ genannt, doch schon in folgenden Entwürfen und der endgültigen Fassung bekam sie den Namen Tinker Bell.
- Paris Hilton benannte ihren Hund nach dieser Fee.
- Tinkerbell ziert außerdem den Rücken und die Website der fränzösischen Sängerin Alizee.
- Im November 2009 wurde Tinker Bell mit einer Größe von nur fünfeinhalb Zentimetern zur kleinsten Figur im Wachsfigurenkabinett Madame Tussaudsin London, die bisher hergestellt wurde.[4]
- Am 21. September 2010 wurde Tinker Bell mit dem 2.418. Stern auf dem Hollywood Walk of Fame ausgezeichnet und ist damit die dreizehnte fiktive Figur und die fünfte Disney-Figur, die diese Ehre erhält.
Einzelnachweise
- ↑ Tinker Bell Character Archive". The Official Disney Character Archives.
- ↑ Shaffer, Joshua C (July 17, 2017). Discovering the Magic Kingdom: An Unofficial Disneyland Vacation Guide - Second Edition. Synergy Book Publishing. p. 430
- ↑ Barrie, J.M. To The Five - A Dedication Hodder & Stoughton (1928)
- ↑ https://en.wikipedia.org/wiki/Tinker_Bell