Die Legende von Micky-Kid
Die Comicserie Die Legende von Micky Kid (im Original: Le leggendarie imprese di Topolino Kid) wurde in Italien sporadisch von 1974 bis 2008 produziert. Von insgesamt dreizehn Geschichten wurden neun in Deutschland veröffentlicht. Als Erfinder schufen die namhaften Guido Martina und Giovan Battista Carpi die ersten Abenteuer der Serie und entwickelten das Szenario im Wilden Westen.
In den Geschichten erleben Micky the Kid, die Koyotin Suzanna (Susi) und Goofy unter wechselnden deutschen Namen einige Wild-West-Abenteuer. Es handelt sich neben „Es war einmal im Wilden Westen“ aus dem Duck-Kosmos um die zweite größere Wild-West-Serie im Lustigen Taschenbuch.
Für Micky-Kid sind größtenteils Guido Martina und Giovan Battista Carpi verantwortlich, doch auch Massimo de Vita und Giorgio Pezzin arbeiteten an dieser Comicserie mit. Im Jahr 2008 folgten nach 18-jähriger Pause zwei weitere Episoden aus der Feder von Andrea Ferraris.
Entstehung und Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Luca Boschi zufolge entwickelte sich der Western zunächst durch literarische Erzählungen und Groschenromane zu einem populären Genre, das später auch die italienische Comiclandschaft prägte. Besonders der Zeichner Giovan Battista Carpi griff typische Motive des Wilden Westens auf und übertrug sie auf Figuren wie Raviolo Kid und Donald Duck. Raviolo Kid orientierte sich dabei lose an der historischen Figur Billy the Kid, wurde jedoch humoristisch dargestellt. Auch die Zusammenarbeit von Carpi und dem Autor Guido Martina führte zu zahlreichen Western-Geschichten, darunter Micky-Kid aus dem Jahr 1973. Darüber hinaus verorteten bereits frühere Micky-Maus-Geschichten die Figur im Wilden Westen. Romano Scarpa knüpfte 1961 mit Der Kaiser von Quacktanien an diese Tradition an und stellte eine Verbindung zwischen Micky Maus und dem legendären Banditen Billy the Kid her.[1]
Luca Boschi zufolge entwickelte Guido Martina 1949 die Comicserie Pecos Bill, die zu den bekanntesten italienischen Westernserien ihrer Zeit gehörte und von 1949 bis 1954 in 165 Ausgaben der Reihe Albi d’Oro della Prateria erschien. Die Geschichten wurden unter anderem von Raffaele Paparella und Pier Lorenzo De Vita illustriert. Giovan Battista Carpi beschäftigte sich ebenfalls mit der Figur des Pecos Bill und schuf 1960 Illustrationen für den Band Pecos Bill e la grande tribù. Martina griff seine Erfahrungen mit dem Western später auch für Disney-Comics auf, darunter die gemeinsam mit Carpi entwickelte Serie Topolino Kid. Gemäß Boschi entstand die Comicserie unter dem Einfluss des Westernfilms Pat Garrett jagt Billy the Kid von Sam Peckinpah und dessen Soundtrack von Bob Dylan. Guido Martina entwickelte die Geschichten, während Giovan Battista Carpi die Figur zeichnerisch umsetzte. Micky Maus tritt darin als humorvolle Version des legendären Gesetzlosen Billy the Kid auf und erlebt gemeinsam mit seinem Begleiter Goldschuss-Goofy Abenteuer im Wilden Westen des 19. Jahrhunderts. Obwohl die Serie zunächst auf Carpis Zeichnungen beruhte, übernahmen später weitere Künstler die Gestaltung und Fortführung der Geschichten. Nach mehreren Episoden in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren wurde die Reihe 2008 mit neuen Abenteuern wiederbelebt.[2]
Alberto Becattini zufolge orientiert sich die Comicserie lose an der historischen Figur Billy the Kid, dessen Lebensgeschichte durch zahlreiche Filme, Lieder und literarische Werke zum Mythos des Wilden Westens wurde. Bereits 1945 wurde Micky Maus in einer Geschichte von Bill Walsh und Floyd Gottfredson mit dem Gesetzlosen Billy die Maus verwechselt. Romano Scarpa griff dieses Motiv 1961 erneut auf. Die eigentliche Saga Topilino Kid begann 1974 unter der Mitwirkung von Guido Martina und Giovan Battista Carpi. Anders als der historische Billy the Kid wird Micky jedoch als humorvoller Abenteurer dargestellt, der zwar gelegentlich als Gesetzloser erscheint, tatsächlich aber Verbrechen bekämpft. Zu seinen Begleitern zählen Goldschuss-Goofy, eine Parodie auf den Westernhelden Pecos Bill, und Coyote Susanna.[3] Alberto Becattini hebt hervor, dass sich die zweite Geschichte Serie durch die Darstellung von Menschlichkeit und Gerechtigkeitssinn auszeichnet. In Überfall im Eulencanyon (1975) verbünden sich Micky Kid und Goldschuss-Goofy mit den Navajo, um eine Bande von Verbrechern zu entlarven, die sich als Indigene ausgeben. Guido Martina löse sich damit vom klassischen Westernbild, in dem weiße Helden den indigenen Gegnern gegenüberstehen, und greife stattdessen eine differenziertere Darstellung auf, wie sie auch in zeitgenössischen Westernfilmen zu finden sei. Die Geschichte ende mit einem Cliffhanger, der zur Fortsetzung der Saga überleite.[4] Alberto Becattini führt an, dass in wiederkehrender humoristischer Einfall sei Goofys schiefe Interpretation bekannter Westernlieder, die sowohl zu Beginn als auch am Ende der Geschichte „Goldschuß-Goofy gegen Dampfroß-Danny“ für Ärger sorge. Becattini sehe darin mögliche Parallelen zu Huckleberry Hound, der ebenfalls für seine schrägen musikalischen Darbietungen bekannt sei. Auch der schlafende Bär, der Goofy schließlich zum Schweigen bringe, erinnere an Disneys Bärenfigur Humphrey. Die abschließende Szene, in der Goofy überwältigt werde, weise zudem eine gewisse Ähnlichkeit mit dem wiederkehrenden Schicksal des Barden Troubadix in den Asterix-Geschichten auf. Besonders originell sei der Gegenspieler Dampfroß-Danny, der als ungewöhnlicher Postkutschenräuber auf einem dampfbetriebenen mechanischen Pferd reite. Becattini stelle dabei Bezüge zu den technischen Fantasieapparaten der Fernsehserie The Wild Wild West sowie zu ähnlichen mechanischen Reittieren aus anderen Disney-Comics her. In diesem Zusammenhang lasse sich auch eine mögliche Selbstreferenz Guido Martinas vermuten, da das Dampfpferd an frühere Comic-Erfindungen erinnere, die in vergleichbaren Geschichten verwendet worden seien. Das Versteck des Bösewichts hinter einem Wasserfall erinnere etwa an die legendäre Schädelhöhle des Phantom. Auch die Kojotin Susanna trage entscheidend zur Aufklärung des Falls bei. Das Happy End werde schließlich durch Goofys vergebliche Hoffnung auf die Hand Rebeccas humorvoll gebrochen: Der tollpatschige Revolverheld gehe leer aus und werde damit zum Gegenstand einer weiteren filmischen Anspielung.[5]
Luca Boschi zufolge ist Topolino Kid zeitlich nicht eindeutig einzuordnen, da die Serie bewusst mit historischen Zeiträumen und chronologischen Freiheiten spielt. Gemeinsam mit Goofy erlebt Micky Abenteuer im Wilden Westen, darunter eine Episode im Kalifornien des Goldrauschs, dessen Beginn auf 1848 datiert wird. Die Geschichten verbinden historische Bezüge mit humorvollen Elementen und greifen Motive klassischer Westerncomics auf. Trotz der lockeren zeitlichen Kontinuität orientieren sich die historischen Anspielungen überwiegend an der Mitte des 19. Jahrhunderts.[6]
Luca Boschi erläutert, dass Glücksspiele in den Saloons der amerikanischen Goldgräberstädte im 19. Jahrhundert eine beliebte Freizeitbeschäftigung gewesen seien, von der häufig vor allem professionelle Spieler profitiert hätten. Mit der Ankunft mobiler Spielhallen habe sich das Glücksspielangebot erweitert. In der Geschichte um „Topolino Kid e la roulette di Spinning Pop“ stehe insbesondere das Roulette im Mittelpunkt, das in den USA Mitte des 19. Jahrhunderts offenbar noch wenig verbreitet gewesen sei. Zudem verweist Boschi auf die italienischen Ursprünge des Roulettes und die spätere Übernahme seiner französischen Bezeichnung.[7]
Davide Del Gusto zufolge habe der Mythos des Wilden Westens die US-amerikanische Kultur nachhaltig geprägt und sich durch Film, Literatur und Comics zu einem weltweit verbreiteten kulturellen Phänomen entwickelt. Insbesondere das Western-Genre habe zahlreiche Künstler inspiriert, die dessen Figuren, Motive und Schauplätze immer wieder neu interpretiert und weiterentwickelt hätten. Neben den klassischen Westernfilmen und den italienischen Spaghetti-Western hätten auch Comics wesentlich zur Verbreitung dieser Mythologie beigetragen. Auch das Disney-Universum habe sich früh mit dem Thema auseinandergesetzt. Bereits in den 1920er-Jahren sei der Wilde Westen in den Alice Comedies aufgegriffen worden, bevor er ab den 1930er-Jahren zunehmend Eingang in die Micky-Maus-Comics gefunden habe. In den folgenden Jahrzehnten hätten zahlreiche Zeichner und Autoren die Westernmotive in Geschichten mit Micky Maus, Donald Duck und weiteren Figuren verarbeitet. Während Carl Barks insbesondere Geisterstädte und die Vergangenheit Dagobert Ducks thematisiert habe, hätten italienische Autoren wie Guido Martina das Genre sowohl außerhalb als auch innerhalb des Disney-Universums weiterentwickelt. Eine besondere Bedeutung komme dabei der Reihe Micky Kid zu, die Guido Martina als Autor und Giovan Battista Carpi als Zeichner Anfang der 1970er-Jahre geprägt hätten. Beide hätten bereits Erfahrungen mit Western-Comics gesammelt und diese in das neue Projekt eingebracht. Del Gusto zufolge sei es ihnen gelungen, die klassischen Elemente des Genres mit der unverwechselbaren Disney-Ästhetik zu verbinden und dabei sowohl erzählerisch als auch zeichnerisch ein hohes Qualitätsniveau zu erreichen. Die insgesamt zehn abgeschlossenen Episoden seien später von weiteren Autoren und Zeichnern fortgeführt worden. Die ersten beiden Geschichten, die 1974 und 1975 in der Zeitschrift Topolino erschienen seien, hätten dabei den Grundstein für eine besonders prägende Western-Reihe innerhalb der italienischen Disney-Comics gelegt.[8]
Davide Del Gusto nach entwickelte sich das 1974 gestartete Western-Universum um Topolino Kid rasch weiter und kehrte ab 1975 regelmäßig zurück. Durch miteinander verknüpfte Episoden, markante Gegenspieler und die Einbindung typischer Westernmotive gewann die Serie zunehmend an erzählerischer Tiefe. Während Guido Martina und Giovan Battista Carpi mit originellen Figuren und humorvollen Elementen das Genre neu interpretierten, prägte Massimo De Vita die Reihe als weiterer Zeichner. Besonders bemerkenswert sei die ambivalente Darstellung von Micky als Westernheld, dessen bisweilen zwielichtiger Charakter die gewohnten Vorstellungen von Recht und Ordnung infrage stelle.[9]
Gemäß Davide Del Gusto markieren drei Geschichten wichtige Etappen in der Entwicklung der Topolino-Kid-Saga, da sie neue Nebenfiguren einführen und zugleich den Wechsel der verantwortlichen Autoren verdeutlichen. Nach einer einmaligen Beteiligung Antonio Bellomis (1976) übernahm Giorgio Pezzin mit „Onkel Gildos Goldmine“ (1977) die erzählerische Weiterführung. Dabei verband er die Handlung mit typischen Motiven des Wilden Westens, darunter dem Eisenbahnausbau und dem Goldrausch. Giovan Battista Carpi kehrte anschließend als alleiniger Autor mit „Die Einzelgängerbande“ (1977) zurück und schloss damit seinen Beitrag zur Western-Saga um Micky-Kid, Goldschuss-Goofy und Susanna ab. Guido Martina, der Schöpfer der Reihe, wirkte erst 1981 mit der abschließenden Episode „Der Sheriff von Silverstone“ wieder an der Serie mit.[10]
Davide Del Gusto ist der Meinung, dass die Western-Saga um Topolino Kid, die auf Guido Martinas Neuinterpretation des klassischen Wildwestgenres zurückgeht, 1981 ihren vorläufigen Abschluss. Zwischen 1977 und 1981 waren insgesamt zehn Geschichten entstanden, deren Veröffentlichung allmählich auslief. Die letzte Episode zeichne sich durch einen vergleichsweise melancholischen Ton aus und könne als eine Art Vermächtnis verstanden werden, das zugleich offene Handlungsstränge aufgreife und die Auseinandersetzung zwischen Topolino Kid und seinem Erzfeind Kater Karlo abschließe. Das Interesse am Western-Genre sei damit jedoch nicht erloschen. Zeitgleich mit dem Ende der ursprünglichen Saga habe Martina mit Es war einmal im Wilden Westen eine weitere Westernreihe ins Leben gerufen, in der Donald Duck und andere Figuren des Disney-Universums die Hauptrollen übernahmen. Die Serie sei von verschiedenen namhaften Zeichnern gestaltet worden, darunter Guido Scala, Luciano Gatto, Giovan Battista Carpi und Romano Scarpa. Zudem seien die Abenteuer von Topolino Kid über Nachdrucke und internationale Veröffentlichungen einem breiteren Publikum zugänglich geblieben. Insbesondere in Nordeuropa sei eine Episode für das Taschenbuchformat grafisch überarbeitet und 1990 unter dem Titel „Die Verwandlung der Kaltfußindianer“ im deutschen Lustigen Taschenbuch veröffentlicht worden. Nach einer längeren Phase, in der die Figur kaum neue Auftritte erlebt habe, sei es 2008 zu einer Wiederbelebung der Saga gekommen. Der Zeichner Andrea Ferraris habe mit zwei bislang unveröffentlichten Geschichten an Martinas ursprüngliches Westernkonzept angeknüpft. Im selben Jahr hätten Alberto Savini und Giampaolo Soldati mit „Topolino & Pippo e i misteri di Gold City“ die Figuren zudem in eine moderne Thrillerhandlung integriert und als Vorfahren von Micky Maus und Goofy dargestellt. Einen weiteren Gastauftritt hätten Topolino Kid und seine Gefährten 2015 in einer Geschichte von Massimo Marconi und Salvatore Deiana erhalten. Insgesamt zeige sich laut Del Gusto, dass die ursprünglich abgeschlossene Westernserie durch Wiederveröffentlichungen, Neuinterpretationen und spätere Gastauftritte über Jahrzehnte hinweg Teil des Disney-Universums geblieben sei.[11]
Kapitel-Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Deutscher Titel | Originaltitel | Story | Zeichnungen | Storycode (Mit Inducks-Link) |
Seiten | Erstellungs- jahr |
Veröffent- lichungen |
Inhalt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Micky the Kid und Greenhorn Goof | Topolino Kid e Pippo Sei-colpi | Guido Martina | Giovan Battista Carpi | 63 | 16.11.1974 | LTB Maus-Edition 4 | Micky the Kid, Killer, Greenhorn Goof und Susanna verbünden sich zur Jagd auf die Black Macks. Nach einem Bankraub wird Micky gefasst, doch ihm gelingt gemeinsam mit seinem Zellengenossen die Flucht. | |
| Überfall im Eulencanyon | I razziatori del Rio Grande | Guido Martina | Giovan Battista Carpi | 57 | 20.04.1975 | LTB 159 | Micky-Kid und Goldschuss-Goofy geraten in Navajo-Land in eine Falle und entdecken, dass die vermeintlichen Navajos in Wahrheit Mexikaner sind. Bei ihren Nachforschungen, ob Sheriff Karlo hinter dem Überfall steckt, geraten die beiden selbst in große Gefahr. | |
| Für eine Handvoll Dynamit | Lo sceriffo di Los Cadalsos | Guido Martina | Massimo De Vita | 40 | 04.05.1975 | LTB Sonderedition 1/2008 | Micky-Kid und Goofy Holiday geraten im verschlafenen Los Cadalsos mit Sheriff Carlos „das Gesetz“ el Gato an, der die Stadt mit brutaler Willkür beherrscht. Nachdem die beiden wegen unerlaubten Waffenbesitzes im Gefängnis landen, verhilft ihnen ein Zellennachbar zur Flucht. Am Ausgang einer Höhle erwartet sie eine böse Überraschung. Nun müssen sie sich gegen den Sheriff behaupten und um ihr Leben fürchten. | |
| Goldschuß-Goofy gegen Dampfroß-Danny oder Das Lied der Prärie | Topolino Kid contro "Jack la vaporiera" | Giovan Battista Carpi | Giovan Battista Carpi | 37 | 30.11.1975 | LTB 109 | Der berüchtigte Dampfroß-Danny ist unbezwingbar und verpasst selbst Micky-Kid und Goldschuß-Goofy bei ihrer ersten Begegnung eine gehörige Abreibung. Auf der Suche nach ihm geraten die beiden in einen Hinterhalt, bis eine ungewöhnliche List und eine Portion Gulasch den entscheidenden Hinweis liefert. | |
| -- | Il supertestimone | Guido Martina | Massimo De Vita | 42 | 25.01.1976 | -- | -- | |
| -- | Topolino Kid e la roulette di Spinning Pop | Antonio Bellomi | Massimo De Vita | 36 | 03.10.1976 | -- | -- | |
| Besser sehen – Besser dastehen oder Onkel Gildos Goldmine | Topolino Kid e la miniera Pippolini | Giorgio Pezzin | Massimo De Vita | 36 | 30.01.1977 | LTB 109, LTB Sonderedition 2/2010 & LTB Spezial 87 | Goofys Onkel Gildo lässt seine vergessene Brille vor zwei Jahren zurück und wird von Micky und Goofy in einem zwielichtigen Goldgräbernest aufgespürt. Dort stoßen sie auf eine von einem Gespenst heimgesuchte Kohlemine und kommen einem geheimen Gang und einem rätselhaften Geheimnis auf die Spur. | |
| Die Einzelgängerbande | La terribile gang dei tre solitari | Giovan Battista Carpi | Giovan Battista Carpi | 41 | 27.03.1977 | DD 187 & Enthologien 4 | ||
| (Die Verwandlung der Kaltfußindianer) | Topolino Kid e la tribù fasulla | Giorgio Pezzin | Sergio Asteriti | 28 (4-reihig) | 01.11.1977 | -- | -- | |
| Der Sheriff von Silverstone | Lo sceriffo di Tombstone | Guido Martina | Sergio Asteriti | 25 | 31.05.1981 | DD 388 & LTB Spezial 41 | Micky-Kid entdeckt sein eigenes Gesicht auf einem Steckbrief und erkennt, dass Sheriff Kater Karlo ihn zum Sündenbock für seine Raubzüge machen will. Micky-Kid lässt sich zum Schein verhaften, während Goldschuss-Goofy ihm helfen soll, doch dieser fällt prompt auf die List von Karlos Geliebter Trudi herein. | |
| Die Verwandlung der Kaltfußindianer | De Kolde Fødders land | Giorgio Pezzin | Antoni Bancells Pujadas | 36 | 22.05.1990 – Remake von I AT 251-B | LTB 146 | Micky und Goofy führen einen Treck durch das Gebiet der Kaltfuß-Indianer, als sie plötzlich in einen Hinterhalt geraten. Micky zweifelt daran, dass die friedlichen Indianer dahinterstecken, und stellt Nachforschungen an. Dabei entdeckt er, dass eine Bande skrupelloser Gangster die echten Kaltfuß-Indianer gefangen hält und zur Goldsuche zwingt. | |
| -- | Topolino Kid e il marchio dell'Implacabile | Andrea Ferraris | Andrea Ferraris | 30 | 17.06.2008 | -- | -- | |
| -- | Topolino Kid e la carovana al veleno | Andrea Ferraris | Andrea Ferraris | 27 | 15.07.2008 | -- | -- |
Zwei weitere Geschichten handeln rund um Micky-Kid:
- Prolog (I TSTR 11-1)
- Topolino & Pippo e i misteri di Gold City (I TL 2749-3)
Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Micky-Kid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Er ähnelt seinem Nachkommen in vielerlei Hinsicht, sowohl äußerlich als auch charakterlich. Wie dieser ist er von kleiner Statur, zugleich jedoch furchtlos und von großem Mut. Darüber hinaus verfügt er über herausragende Fähigkeiten im Umgang mit Pistolen und Gewehren. Stets trägt er die typische Kleidung eines Cowboys, einschließlich seines charakteristischen Texanerhuts. Sein treuer Begleiter ist ein schwarzes Pferd namens Killer.
Micky-Kid wird als Vorfahre von Micky Maus bezeichnet, ohne dass die genauen familiären Zusammenhänge näher erläutert werden. Sein Leben im Wilden Westen verbindet ihn mit General Micky, einem konföderierten Soldaten während des Amerikanischen Bürgerkriegs, der einen kurzen Auftritt in der Serie „Glanz und Gloria derer von Duck“ hat. Die Serie stammt auch vom gleichen Autor. Es liegt daher nahe, eine verwandtschaftliche Beziehung zwischen den beiden Figuren zu vermuten, zumal sie Micky äußerlich zum Verwechseln ähnlich sehen.
Goldschuss-Goofy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bei Goldschuss-Goofy kam es zu mehreren Namensinkosistenzen. So wurde er auch Goofy-Holiday oder Greenhorn-Goof benannt. Jedoch wurde Goldschuss-Goofy mehrfach verwendet und bezieht sich auf den italienischen Originalnamen.
Goldschuss-Goofy lebt im Wilden Westen zur Zeit des kalifornischen Goldrauschs und verdient seinen Lebensunterhalt als Kopfgeldjäger. Zunächst zieht er allein durch den Westen, doch nach seiner Begegnung mit Micky-Kid werden die beiden enge Verbündete im Kampf gegen das Verbrechen. Über seine Familie ist wenig bekannt. Sein Großvater war ein Findelkind, das von Kojoten aufgezogen wurde, daher beherrscht auch Goofy die Sprache der Kojoten. Äußerlich ähnelt Goldschuss-Goofy stark dem modernen Goofy. Er trägt Westernkleidung mit Weste und schwarzer Jacke sowie einen alten blauen Zylinder, der von einem Pfeil durchbohrt ist. Charakterlich ist er zwar naiv und exzentrisch, zugleich aber deutlich gerissener, erfahrener und anfangs wesentlich ruppiger als sein moderner Nachfahre.[12]
Die Charakterisierung von Opa Grumpo Goof mit den Kojoten ist eine Anspielung auf Pecos Bill, eine legendäre Figur der nordamerikanischen Folklore, die von Wölfen aufgezogen wurde und mit ihnen sprechen konnte. Martina war mit der Figur bestens vertraut und hatte ihre Geschichten bereits in den 1950er-Jahren für einen erfolgreichen Mondadori-Comic in ernsthaftem, dramatischem Stil adaptiert.
Goldschuss-Goofy reitet auf dem Pferd „Sumsetrud“.
Suzanna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Suzanna (kurz Susi) ist ein weiblicher Kojote, der den Helden in der ersten Episode über den Weg läuft. Seitdem ist sie eine treue Begleiterin und hat die Helden mit ihrem untrüglichen Geruchssinn schon so einige Male vor einem bösen Schicksal bewahrt.
Kurz nachdem Goldschuss-Goofy auf Micky-Kid trifft und die beiden beschließen, gemeinsam weiterzureiten, taucht der Kojote Susanna auf. Zunächst bleibt sie unsichtbar, stiehlt etwas zu essen und stellt sich anschließend tot, als sie entdeckt wird. Goofy gelingt es schließlich, über die von seinem Großvater erlernte Kojotensprache Kontakt zu ihr aufzunehmen. Daraufhin schließt sich Susanna den beiden Revolverhelden an.
Susanna ist ein meist fröhlicher Kojote mit weißem Gesicht und grauem, je nach Geschichte auch hellbraunem Fell. Um den Hals trägt sie ein weißes oder rotes Halstuch, das an einen Cowboy erinnert. Als geschickte Essensdiebin und Meisterin darin, sich totzustellen, gibt Susanna ihr einsames Leben auf und entwickelt eine enge Beziehung zu Goldschuss-Goofy. Die beiden singen häufig zusammen, allerdings so schief, dass Micky und die anderen davon genervt sind. Susanna kuschelt sich oft zu Goofy in den Schlafsack. Im Gegensatz zu Killer und Sumsetrud ist Susanna eine aktive Begleiterin. Sie verfolgt Spuren, unterstützt die beiden Revolverhelden und geht mit Knurren oder Bissen gegen diejenigen vor, die es ihrer Meinung nach verdienen.[13]
Killer oder auch Bonito[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Er ist ein furchterregender Schwarzer Hengst, der majestätisch und gebieterisch wirkt, sich gegenüber seinem Herrn Micky-Kid jedoch fügsam zeigt. Killer, der angeblich schon ein Dutzend Cowboys erledigt hat, wird von Micky-Kid mit einer List gezähmt. Er bestreicht den Hosenboden mit Tischlerleim und gewinnt so den Respekt des widerspenstigen Hengstes. Von da an begleitet Killer ihn als treues Reittier auf seinen Abenteuern, bleibt dabei jedoch weitgehend ohne eigene Persönlichkeit und verliert im Laufe der Zeit sogar seine Fähigkeit, sich wie andere Disney-Tiere durch Gedanken zu äußern.[14]
Wie häufig bei Serien über so langer Zeit, erhielt der Hengst unterschiedliche Namen. In „Überfall im Eulencanyon“ erhielt er vom Übersetzer den Namen "Bonito" (Der Gute) das gar nicht mit den ursprünglichen Namen und dem Wesen der Figur übereinstimmt.
Sumsetrud[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Sumsetrud ist das genaue Gegenteil von Goldschuss-Goofy. Während Goldschuss-Goofy chaotisch, laut und impulsiv handelt, bleibt Barnabas stoisch ruhig und gelassen. Mit tiefen Seufzern, vielsagenden Blicken und resigniertem Kopfschütteln kommentiert er nonverbal die verrückten Situationen.
Anders als Killer, der für den wilden, stolzen Helden-Hengst steht, verkörpert Sumsetrud das zuverlässige, bodenständige Reitpferd. Trotz Goldschuss-Goofys haarsträubender Aktionen bleibt er ihm treu und rettet ihn immer wieder instinktiv aus brenzligen Situationen.
Sumsetrud erhielt unterschiedliche Namen über die Jahre hinweg. Wenn Sumsetrud geht, hinterlässt er Hufstpuren mit einem „G“ und ist so für Goofy jederzeit aufzuspüren und zu verfolgen. Der Hengst ist hellbraun und trägt eine Brille und hat eine Pfeife im Maul.
Kater Karlo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Er ist ein wiederkehrender Widersacher von Micky-Kid. Karlo ist der skrupellose Bandit des Wilden Westens, der als Anführer von Gesetzlosen Banken und Goldtransporte überfällt. Seine raffinierten Pläne scheitern jedoch regelmäßig am Chaos und der Tollpatschigkeit von Goldschuss-Goofy. Besonders in Guido Martinas Geschichten erscheint Karlo grimmig und gerissen, zieht am Ende aber meist den Kürzeren, nicht zuletzt durch Sumsestrud und Susanna.
Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In Italien erschienen bereits mehrere Sammelbände zur Serie. In Deutschland wurde der Wunsch mehrfach geäußert, jedoch vom Verlag bisher nicht umgesetzt. Die fehlenden Teile wurden in Foren für ein LTB Spezial vorgeschlagen, das wurde aber laut Peter Höpfner von den skandinavischen Egmont Ländern blockiert. „Das Spezial ist eine Coproduktion und die andere Ländern tun sich mit Micky Kid schwer. Wir haben dennoch einen Top-Band zusammengestellt, wirklich“ (2018).[15]
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Micky Kid im Inducks
- Topolino Kid im Disney Wiki Fandom
- Topolino Kid im MickyandFrieds Fandom
- Wikipediaseite zur Serie
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Boschi, L. (2010). Per un pugno di storie. In Tesori Disney - Le prime leggendarie imprese di Topolino Kid (Bd. 6, S. 8-12). Mailand: The Walt Disney Ciompany Italia s.r.l.
- ↑ Boschi, L. (2010). Continuavano a chiamarlo Topolino Kid. In Tesori Disney - Le prime leggendarie imprese di Topolino Kid (Bd. 6, S. 13-16). Mailand: The Walt Disney Ciompany Italia s.r.l.
- ↑ Becattini, A. (2010). Per un pugno di storie. In Tesori Disney - Le prime leggendarie imprese di Topolino Kid (Bd. 6, S. 80-82). Mailand: The Walt Disney Ciompany Italia s.r.l.
- ↑ Becattini, A. (2010). Un Navajo per amico. In Tesori Disney - Le prime leggendarie imprese di Topolino Kid (Bd. 6, S. 140-142). Mailand: The Walt Disney Ciompany Italia s.r.l.
- ↑ Becattini, A. (2010). A tutto vapore!. In Tesori Disney - Le prime leggendarie imprese di Topolino Kid (Bd. 6, S. 183-186). Mailand: The Walt Disney Ciompany Italia s.r.l.
- ↑ Boschi, L. (2010). Oltre il Rio Grande. In Tesori Disney - Le prime leggendarie imprese di Topolino Kid (Bd. 6, S. 224-226). Mailand: The Walt Disney Ciompany Italia s.r.l.
- ↑ Boschi, L. (2010). "Les jeux sont faits", Topolino Kid!. In Tesori Disney - Le prime leggendarie imprese di Topolino Kid (Bd. 6, S. 269-270). Mailand: The Walt Disney Ciompany Italia s.r.l.
- ↑ Del Gusto, D. (2023). L'epica del West secondo Disney. In Il Grandi Saghe - Topolino Kid (Bd. 22, S. 6-11). Modena: Editore PANINI SpA
- ↑ Del Gusto, D. (2023). Un West sempre più grande. In Il Grandi Saghe - Topolino Kid (Bd. 24, S. 6-7). Modena: Editore PANINI SpA
- ↑ Del Gusto, D. (2023). Nuove penne per Topolino Kid. In Il Grandi Saghe - Topolino Kid (Bd. 26, S. 6-7). Modena: Editore PANINI SpA
- ↑ Del Gusto, D. (2023). Nuove penne per Topolino Kid. In Il Grandi Saghe - Topolino Kid (Bd. 27, S. 6-9). Modena: Editore PANINI SpA
- ↑ https://disney-comics.fandom.com/it/wiki/Pippo_Sei-Colpi
- ↑ https://disney-comics.fandom.com/it/wiki/Susanna
- ↑ https://disney-comics.fandom.com/it/wiki/Killer
- ↑ https://www.comicforum.de/showthread.php?86316-Fragen-an-die-LTB-Reducktion&p=5428210&viewfull=1#post5428210