Drei kleine Wölfe
| Achtung! Der Titel dieses Artikels hat mehrere Bedeutungen. Dieser Artikel behandelt die Disney-Figuren „Drei kleine Wölfe“. Für den Trickfilm siehe Die drei kleinen Wölfe. |

Die Drei kleinen Wölfe sind in den Cartoons Die drei kleinen Wölfe und Schweinchen Schlau die Kinder des großen bösen Wolfs. In späteren Disney-Produktionen tauchten die drei widerborstigen, ganz am Verzehr von Schweinefleisch interessierten Figuren kaum mehr auf, da sie inzwischen vom Kleinen Wolf verdrängt worden waren.
Auftritte in den beiden Cartoons[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nachdem Disney bereits zwei Cartoons mit den drei kleinen Schweinchen und dem großen bösen Wolf produziert hatte (Die drei kleinen Schweinchen, 1933, und Der große böse Wolf, 1934), entschieden sich die Disney-Künstler für den dritten Film mit den beliebten Figuren, das Ensemble zu erweitern. Als Kontrahenten der drei Schweinchen dienten nun auch die drei Kinder des großen bösen Wolfs, die ebenso wie er die drei Schweine fangen und fressen wollen und nach denen sogar der Cartoon betitelt ist (Die drei kleinen Wölfe). Die drei kleinen Wölfe sind bereits zu Beginn des Cartoons zu sehen, als ihr Vater sie mit einem Schnitzelbank darin belehrt, welche Körperteile Schweine haben und wie man diese am besten verspeisen kann (siehe „Ist das nicht ein Schweinebauch?“). Doch die Kinder können der Schulstunde wenig abgewinnen. Als der große Wolf sie auffordert, mit ihm gemeinsam den Refrain des Lieds zu singen, beschießen sie ihn mit Steinchen. Damit erweisen sie sich keineswegs nur als willfährlige Gehilfen ihres Vaters, sondern sind vielmehr sein aufsässiger Nachwuchs.
Später im Cartoon verkleiden sich die drei Wölfe als Schafe und helfen so dem großen bösen Wolf, die Schweinchen Fiedler und Pfeifer in ihr Haus zu locken. Während der Wolf sich daran macht, alles vorzubereiten, um die Schweine ordentlich braten zu können, wollen es die drei kleinen Wölfe nicht so lange aushalten und jagen mit Messern bewaffnet Fiedler und Pfeifer durchs Haus. Hier zeigt sich, dass sie so gierig sind, nicht einmal ihren Geschwistern etwas von der Beute abgeben zu wollen und kämpfen um die Schweinchen. Als am Ende Schweinchen Schlau den Wolf in eine Falle lockt und von seiner Maschine vertrimmen lässt, um anschließend seine Brüder zu befreien, sind die drei kleinen Wölfe hingegen nur passive Zugucker, die sich nur aufmachen, um ihren in den Himmel hinauskatapultierten Vater wiederzufinden.
Im folgenden, letzten Cartoon mit den drei Schweinchen, Schweinchen Schlau, treten die drei kleinen Wölfe erneut auf. Hier benötigt der große Wolf nicht ihre Hilfe, um Fiedler und Pfeifer zu fangen, sondern schleppt ihnen die Schweinchen frei Haus. Der große Wolf will allerdings auch noch Schweinchen Schlau fassen. Er ermahnt seine Kinder, mit dem Braten der Beute zu warten, bis er mit Schlau zurückkommt. Wieder erweisen sich die drei Wölfe als ungezogen und hören nicht auf ihn. Sie bereiten Fiedler und Pfeifer bereits vor und wollen sie in einen Auflauf verpackt ins Rohr schieben, als ihnen einfällt, den Pfeffer als Würze vergessen zu haben. Vom vielen Pfeffer müssen Fiedler und Pfeifer niesen und können sich schließlich befreien. In der letzten Einstellung des Cartoons, in der man die drei kleinen Wölfe zu Gesicht bekommt, kleben sie mit der Auflaufmasse an der Wand.
Spätere Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Zwei der drei Wölfe hatten 1983 einen Gastauftritt in „Mickys Weihnachtsgeschichte“, wo sie von Schweinchen Schlau gejagt werden.[1][2] 1989 folgte ein weiterer Cameo auf einem Foto im Roger-Rabbit-Cartoon „Roger in Nöten“.[3] In der Mickys Clubhaus-Folge „Das Schurken-Clubhaus“ von 2003 ersetzen die drei bösen Wölfchen die Hausband, welche vorher aus Tick, Trick und Track bestand. Die Wölfe hatten auch 2019 einen Gastauftritt in der Micky Maus-Folge „Carried Away“.[4]
Besonders interessant ist die Schallplatte „The Stories and Songs of Walt Disney's Three Little Pigs“ aus dem Jahr 1967, die von Disneyland Records produziert wurde. In einer Hörspielnacherzählung der Cartoons Die drei kleinen Schweinchen, Die drei kleinen Wölfe und Schweinchen Schlau tauchen auch drei kleine Wölfe auf, von denen allerdings nur zwei den Wölfen aus dem Cartoon entsprechen. Der dritte ist als der Kleine Wolf aus den Comics erkennbar, denn er ist mit den Schweinchen befreundet, lehnt den Plan seines Vaters, diese zu fangen, ab und hilft Fiedler und Pfeifer zu entkommen. Die anderen beiden kleinen Wölfe, die Ede Wolf helfen, werden hier nicht als seine Söhne, sondern als seine Neffen bezeichnet.[5]
Einfluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die drei kleinen Wölfe zählen zu den wenig bekannten Disney-Figuren, da sie es auch nur auf wenige Auftritte brachten und nach den beiden Cartoons rasch in Vergessenheit gerieten. Dennoch ist möglich, dass sie auf spätere Entwicklungen im Disney-Kosmos einen Einfluss ausübten. Zunächst griff die Entwicklung von Wölfchen 1944 für die Comics auf die drei kleinen Wölfe zurück. Chase Craig, Redakteur bei Western Publishing, entschied allerdings gemeinsam mit dem Zeichner Carl Buettner, für die Comics die Anzahl der Wölfe zu reduzieren und den Charakter des Kleinen Wolfs stark umzuformen, bis er viel gutartiger und intelligenter als sein Vater wurde.[6]

Nebst dem könnten die aufsässigen kleinen drei Wölfe etwas zur Entwicklung von Tick, Trick und Track beigetragen haben. Es ist nämnlich auffällig, dass mit den drei Wölfen erstmals drei Kinderfiguren in eine Vater-Sohn-Beziehung mit dem erwachsenen großen Wolf eintraten und sich dabei als, wie für Disney-Cartoons und frühe Comics so typisch, ungezogen erwiesen. Mickys Neffen Mack und Muck waren bereits früher auf der Kinoleinwand zu sehen gewesen, doch es waren nur zwei. Die Entwicklung von Tick, Trick und Track ist auch insofern mit den Wölfen verbunden, als sowohl Al Taliaferro als auch Carl Barks mit diesen arbeiteten, bevor sie ihre Karriere als Donald-Duck-Zeichner starten sollten. Taliaferro zeichnete drei Geschichten mit den kleinen Wölfen, davon zwei noch ehe er den Donald-Strip startete.[7]. Barks arbeitete während seiner kurzen Zeit als Inbetweener an der Animation einer Sequenz des Cartoons, in der der Wolf erneut sein Schnitzelbank-Lied singt, während er die Schweine zum Braten vorbereitet. Außerdem animierte er eine kurze Szene, in der eine Hütte in die Luft fliegt.[8] Zudem haben sich aus seiner Feder Modellzeichnungen der drei kleinen Wölfe erhalten, was zeigt, dass er an der Figurenentwicklung und ihrer Verwendung im Cartoon Anteil nahm.[9] Barks, Taliaferro und Osborne waren später alle an der Entwicklung von Tick, Trick und Track und ihrem Erstauftritt in Cartoon und Comicstrip beteiligt.
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Michael Lyons (22.12.2023). „They’re In Good Spirits: The 40th Anniversary of ‚Mickey’s Christmas Carol‘“. cartoonresearch.com
- ↑ Jim Korkis (25.12.2020). „‚Mickey’s Christmas Carol‘ (1983)“. cartoonresearch.com
- ↑ Jim Korkis (17.01.2018). „The Roger Rabbit Shorts and Sequels – Part 1“. mouseplanet.com
- ↑ https://disney.fandom.com/wiki/Three_Little_Wolves_(characters)
- ↑ https://disney.fandom.com/wiki/The_Stories_and_Songs_of_Walt_Disney%27s_Three_Little_Pigs
- ↑ Eintrag zu Carl Buettner in der Lambiek Comiclopedia
- ↑ The Further Adventures of the Three Little Pigs! mit Story von Ted Osborne, ZS 3601, ZS 3604
- ↑ Thomas Andrae (2006): Carl Barks and the Disney Comic Book (Jackson, Mississippi: Univ. Press of Mississippi) S. 32, 285.
- ↑ Die Modellzeichnung von Barks im Inducks