Das Nazi-U-Boot
| Das Nazi-U-Boot | |
|---|---|
| The Nazi Submarine | |
| Erstveröffentlichung: | 28. Juni 1943 – 17. Juli 1943 |
| Entstehungsdatum: | 1943 |
| Storycode: | YM 056 |
| Story: | Bill Walsh |
| Zeichnungen: | Floyd Gottfredson & Dick Moores |
| Seiten: | 18 Tagesstrips, 6 Seiten in der FGL |
| Deutsche Übersetzung: | Gerd Syllwasschy |
| Weiterführendes | |
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| ← Trip in die Wildnis | |
Das Nazi-U-Boot (engl. The Nazi Submarine) ist eine Comicgeschichte von Floyd Gottfredson und Bill Walsh aus dem Jahr 1943, die unmittelbar an die Geschichte Trip in die Wildnis anschließt.
Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Micky Maus
- Minnie Maus
- Kommissar Hunter
- X-12 (Nazi Agent)
- X-502 (Nazi Agent)
Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Geschichte handelt davon, dass Micky nachts entführt und zu Kommissar Hunter gebracht wird, der ihn mit einer geheimen Mission beauftragt: Er soll Benzinschmuggler entlarven. Unter falscher Identität heuert Micky als LKW-Fahrer an, um die Verbrecher auf frischer Tat zu ertappen. Minnie stößt unterwegs zu ihm und begleitet ihn.
Bald stellt sich jedoch heraus, dass die Mission viel gefährlicher ist als gedacht: Micky transportiert unwissentlich ein U-Boot mit einem Nazi-Kapitän an Bord. Gefangen im Inneren des U-Boots müssen Micky und Minnie nicht nur gegen die Nazis bestehen, sondern geraten auch ins Visier der US-Marine.
Die Geschichte ist actionreich und spannungsgeladen, mit härteren Konflikten und einem ernsteren Ton als frühere Abenteuer. Sie dient zudem als Vorbereitung für ein größeres Folgeabenteuer im Kontext des Zweiten Weltkriegs.
Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- „Als Bill Walsh Mitte 1943 als Texter anfing, war er so gut, dass ich ihm auch gleich die Ausarbeitung der Handlungen übertrug. Diese Arbeiten am Micky-Comicstrip setzte er auch fort, nachdem er bereits ein großer Filmproduzent geworden war. Selbst als ihm eigentlich die Zeit dafür fehlte, weigerte er sich, seine Mitarbeit am Micky-Strip einzustellen. Als wir ab Mitte der Fünfziger keine Fortsetzungsgeschichten mehr schrieben, sondern nur noch in sich abgeschlossene Gagstrips, übernahmen verschiedene andere Autoren diese Aufgabe.“– Floyd Gottfredson
Joe Torcivia beschreibt, dass Bill Walsh als neuer Autor dem Comicstrip frischen Schwung verliehen und Micky wieder stärker ins Abenteuer geführt habe. Bereits zu Beginn seiner Tätigkeit werde dies deutlich, als Kommissar Hunter Micky überraschend für eine Mission rekrutiere, eine Szene, die an frühere Geschichten erinnere. Aus einer zunächst humorvoll geplanten Episode entwickle sich dabei eine ernsthafte Handlung, die schließlich in eine Konfrontation mit Nazis münde und damit eine neue Dimension der Bedrohung eröffne. Zudem wird hervorgehoben, dass Micky trotz der Gefahren ungebrochene Abenteuerlust zeige. Walsh habe später als alleiniger Autor die Balance zwischen Spannung und humorvollen Pointen geprägt und in der Nachkriegszeit durch kreative Ideen sowie neue Figuren und Schauplätze die Entwicklung des Comicstrips maßgeblich beeinflusst.[1]
Thomas Andrae legt dar, dass Floyd Gottfredson im Juni 1973 in seiner Funktion als Leiter der Comicstrip-Abteilung Bill Walsh als Texter für den Micky-Maus-Strip engagiert habe. Zuvor habe er die Handlungsgerüste der Geschichten selbst entwickelt, da er überzeugt gewesen sei, dass sich kein Autor finden lasse, der sowohl stimmige Plots als auch gute Dialoge schreiben könne. Von Walshs Fähigkeiten sei Gottfredson jedoch so beeindruckt gewesen, dass er sich fortan vor allem auf das Zeichnen konzentriert habe.
Weiter heißt es, dass sich die Micky-Abenteuer durch Walshs Einfluss stark verändert hätten. Dieser habe sich zuvor als Autor und Publizist für Radioshows von George Burns und Gracie Allen sowie Edgar Bergen und Charlie McCarthy einen Namen gemacht. Der verrückte und surrealistische Humor von Burns und Allen habe sich auch in den ungewöhnlichen und bizarren Gags gezeigt, die er für Micky geschrieben habe.
Die erste Zusammenarbeit zwischen Walsh und Gottfredson sei die Geschichte „Das Nazi-U-Boot“ gewesen. Darin habe Micky eine Bande von Benzindieben zur Strecke gebracht, die sich als Nazi-Saboteure entpuppt hätten. Erstmals seien hier ausdrücklich Nazis als Gegner im Comicstrip aufgetreten. Zwar seien die Auswirkungen des Krieges bereits seit dem Angriff auf Angriff auf Pearl Harbor im Micky-Maus-Strip thematisiert worden, doch deutsche Feinde seien bis dahin noch nicht direkt dargestellt worden.[2]
Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- In der Geschichte sind Symbole und Zeichen sowie Phrasen der nationalsozialistischen Ideologie zu sehen. Grundsätzlich ist das nach dem Strafgesetzbuch (§ 86a StGB, Deutschland) oder dem Verbotsgesetz (VerbotsG) bzw. Abzeichengesetz (AbzG) in Österreich strikt verboten und mit drakonischen Strafen belegt. In diesem Fall ist die Abbildung aber erlaubt, da es Ausnahmen für die Verwendung im Rahmen von Lehre, Forschung, Dokumentation oder Kunst gibt, sofern keine Verherrlichung oder Verharmlosung stattfindet.
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Torcivia, T. (2022). Ein wilder Urlaub – und noch wildere Zeiten. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 7, S. 134). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
- ↑ Andrae, T. (2022). Von Mäusen und Menschen, 1942-1944: Die Welt steht Kopf. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 7, S. 9-10). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.