LTB 108: Rezension
In diesem Artikel wird das LTB 108 rezensiert. Ist dieser Band einen Kauf wert oder sollte er lieber im Kiosk stehen bleiben? Du weißt es nicht? Dann lies das! Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 108.
Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 108 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight
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bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzungen mit einbezogen werden. Eine genaue Anleitung zum Verfassen einer Rezension findest du hier. Viel Spaß!
Cover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Vor sattgrünem Hintergrund sehen wir einen großen, sehr freundlich dreinschauenden Donald-Kopf im Bilderrahmen, so dass er dessen Begrenzungen schier sprengt…
…und ansonsten (leider) nicht viel. Dennoch hat Marco Rota, zu jener Zeit zum Standard-Zeichner der I Classici-Cover aufgestiegen, schön gezeichnet. Dass der Rahmen nur durch provisorische Tesa-Strips an der Wand zu pinnen scheint, hat sogar noch eine Art von Symbolik für diesen „problematischen“ Band. (8/15 - OK) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Künstlerpech[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Donald, immer auf der Suche nach Selbstverwirklichung, ohne arbeiten zu müssen, ist unter die Maler gegangen. Im „Museum für moderne und futuristische Kunst“ lässt er sich inspirieren, kopiert letztlich aber nur die „Windsbraut“ des hochgehandelten Malers Corby. Pech, dass gerade die echte „Windsbraut“ aus dem Museum entwendet wird, denn jetzt fällt der Verdacht auf Donald, ein Kunsträuber zu sein. Als er schließlich den Irrtum aufklären kann, hat er längst die Schnauze voll von der Kunst und gibt seine bisherigen Malversuche an Gustav ab. Doch der macht in der „Kunstgasse“ im Park noch einen satten Gewinn damit…

Abramo und Giampaolo Barosso und ihr Zeichner Luciano Gatto führen den jungen Leser in die grundsätzlichen Unterschiede von naturalistischer und abstrakter Kunst ein: Gustav, durch sein Glück mit einem gesunden Selbstbewusstsein gesegnet, krempelt im Alleingang den Publikumsgeschmack auf dem Kunstgewerbemarkt um. Hat er soeben noch durch seine gegenständliche Kunst seine Konkurrenten dazu gebracht, nachzuziehen, feiert er seine neuesten Verkaufserfolge mit moderner Malerei. Ironie: Auch Donald hatte versucht, Gustavs Stil nachzueifern, konnte aber einfach nicht malen, weswegen seine Bilder jetzt beim Publikum als Abstraktion ankommen. Es bleiben immerhin diese Ansätze von Satire auf den Kunstmarkt der 60er Jahre und eine schöne Donaldsche Ohnmacht im letzten Panel. (7/15 - Not Bad) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Gold in der Kehle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Plattenstudio Schummel & Co. führt Donald und einige seiner Entenhausener Mitbürger ganz schön aufs Glatteis: Von wegen „kostenlose Gesangsstunden“ – Donald muss eine ganze Stange Geld für Ausrüstung bezahlen. Kein Wunder, dass bei seinem nächsten Besuch, um die Sachen wieder loszuwerden, der betrügerische Betrieb „laut polizeilicher Verfügung geschlossen“ ist…
Um die Geschichte, die aktuellste in diesem Band (1984), etwas aufzuplustern, fügt Autor Ed Nofziger in ihrer Mitte ein Hauen und Stechen zwischen Donald und seinem Nachbarn ein, dem aufgrund der Gesangsversuche von nebenan die Ohren wehzutun beginnen. Einige Punkte für diesen Lückenfüller-Comic fahren die Zeichner aus dem Jaime Diaz Studio ein, deren Nebenfiguren (der Vertreter, der Aufnahmeleiter – am wenigsten der Nachbar!) eigentlich ziemlich gut gelungen sind. (6/15 - Average) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Der Eichhörnchen-Komplex[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Onkel Donald ist als Ausbilder des Fähnlein Fieselschweif ganz versessen darauf, ein Eichhörnchen zu fangen, um seinen Schützlingen vorzuführen, wie die Tiere des Waldes als Vorbild taugen können. Die ganzen Misserfolge bei der Nager-Jagd steigen Donald irgendwann zu Kopf und er hält sich nun selbst für ein Eichhörnchen, mit denen er sich nun von Ast zu Ast schwingt. Mit einer Falle aus Sahnebaiser-Torte bringen Tick, Trick und Track und ihre Kameraden ihren schlechten Ausbilder-Onkel schließlich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück…
Die erste Schwachsinnsgeschichte in diesem Band, der noch einige folgen werden. Trauen wir uns doch zunächst mal zu fragen, welchen Sinn es hat, ein prototypisches Tier des Waldes seiner Freiheit zu berauben, wenn das Motto doch „Zurück zur Natur“ heißt. Rodolfo Cimino und Franco Lostaffa hangeln sich von einer verbrauchten Idee zur nächsten und ein irgendwie plausibles Ende bekommen sie auch nicht hin. (2/15 - Awful) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Die Kürassier-Rosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
An Donald ist – diesmal aber tatsächlich und wahrhaftig – ein großartiger Opernkomponist verloren gegangen, doch die Welt will nichts davon wissen. Primus von Quack findet sein Manuskript auf einer Baustelle, hält es für ein verlorengegangenes Werk des italienischen Meisters Leon Cavalleone und dreht es Onkel Dagobert an, der als neuer Geschäftsführer der Städtischen Oper diese wieder auf Kurs bringen soll. Die große (und anspruchsvolle) Diva Nina Nirwana wird engagiert, und sogar für Donald findet sich noch eine Aufgabe: Er besorgt einen Strauß „Kürassier-Rosen“ des Titels, die am Ende der Vorstellung überreicht werden sollen. Nachdem die Diva, von den Panzerknackern entführt, befreit werden kann, steigt also die Premiere. Donald hört die eigene Musik und ist voll auf Zinne wie selten, kann auch nachweisen, dass das Libretto von ihm stammt. Doch Anerkennung sieht anders aus: Im letzten Panel jagen alle hinter dem Opernkomponisten her, um ihn dafür zu strafen, die schöne Cavalleone-Feier der sich selbst lobhudelnden Entenhausener Schickeria gestört zu haben…

Romano Scarpa springt 1964 als Autor und Zeichner voll auf den Zug eines sehr italienischen Themas auf: der „großen Oper“. Schon in den 60er Jahren müssen die italienischen Gazetten voll von Geschichten über exzentrische Launen der großen Stars gewesen sein, sodass der Spleen der Nirwana (im Original „Marozia Calatela“, an Maria Callas angelehnt) nur auf echten Perserteppichen aus den Maschinen zu steigen, in denen sie eingeflogen werden, bereits eine satirische Spitze bereithält. Scarpa schreibt so manche Turbulenz in das Skript hinein, kann aber nicht verhindern, dass man an dieser Stelle (mal wieder) gut und gerne auf die Panzerknacker hätte verzichten können. Und irgendwie unlogisch, dass Donald nicht schon der Auftrag, einen großen Strauß „Kürassier-Rosen“ (übrigens ein klasse Operntitel) zu besorgen, zu denken gegeben hatte: Denn immerhin hatte er seine Oper nach dieser sehr speziellen Züchtung benannt. Irgendwie ein seltsamer Zufall… Nun, umso schöner dann der Wutausbruch des übergangenen Erpels auf S. 99… (9/15 - Somewhat Good) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Echter Naturalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Donald erlebt im Museum am eigenen Leibe, was gegenständliche Malerei bedeutet… Als kleiner Zweiseiter schon ganz o.k. und gut zu der ersten Geschichte des Bandes passend. (7/15 - Not Bad) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Die Pflichtregatta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Als Abonnenten der Zeitschrift „Die Jacht“ haben Tick, Trick und Track eine ebensolche mit dem vielversprechenden Namen „Taifun“ gewonnen. Bedingung der Verlosung war aber, für die Zeitschrift am „Käpt’ns-Cup“ teilzunehmen. Die dafür noch notwendigen Gelder leiht sich Donald gegen eine Gewinnbeteiligung von Onkel Dagobert. In der Regatta bekommen es die Ducks mit Onkel Gustav zu tun, der durch sein Glück an die Jacht des Fabrikanten Gold gelangt ist. Am Ende des Wettkampfs steht Donald mit leeren Händen und einer satten Steuernachzahlung da und außerdem bei Onkel Dagobert in der Kreide. Kein Wunder, dass Donald hinter den Kindern mit dem Prügel herjagt, als diese mit der Bitte auf ihren Onkel zukommen, für sie die Zeitschrift „Der Flieger“ zu abonnieren…
Das x-te Wettrennen dieser Art zwischen Donald und Gustav kann nur den wohlmeinendsten Leser hinter dem Ofen vorlocken. Da kann man den Magnet-Bleistift, durch den Gustav mit seiner Crew zwischenzeitlich am Kurs vorbeinavigiert, fast schon als Innovation feiern. Für einen kleinen Lacher sorgt dann allenfalls noch die nach einer Karambolage mit einem Schwerfisch gelassen untergehende „Käpt’ns-Cup“-Jury: „Auf einstimmigen Beschluß der Jury wird die ‚Taifun‘ disqualifiziert!“ (S. 129) Die Barossos und Giorgio Bordini at its worst. (3/15 - Really Bad) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Trautes Heim – Glück allein![Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Donald tapeziert gerade für Daisy, als die Tür aufgeht uns sie ihm ihre Freundin Gina vorstellt. Donald fällt von der Leiter direkt auf seinen Kopf. Als er wieder erwacht, ist er Feuer und Flamme für diese Gina, die er auch sofort heiratet. Doch die Angetraute gibt ihm nur Befehle und nutzt seine Gutmütigkeit (und Liebe) bis zum Exzess aus. Nachdem sie einen Film über die Emanzipation der Frau gesehen hat, macht sie regelrecht Jagd auf ihren Ehemann. Wie gut, dass sich alles nur als Wahn Donalds herausstellt – beim Sturz hatte sein Kopf einen Knacks abbekommen…

Nur wenn man sehr gutwillig ist, geht das als Art Gruselgeschichte des Geschlechterkampfs durch. Weniger wohlwollend ist das Frauenbild in diesem Comic einfach nur furchtbar. Diese Gina ist ja durchaus füllig, woraus sich offenbar ein paar billige Lacher ergeben sollen, letztlich aber nur zum Fremdschämen für die beiden Macher Jerry Siegel und Tiberio Colantuoni ist. Ich bin ja durchaus kein Mensch, für den „Body Shaming“ zum Standardvokabular gehört, aber hier komme selbst ich über andere Begriffe nicht weiter. Ein absoluter Tiefpunkt der in den Lustigen Taschenbüchern veröffentlichten Disney-Comics! (1/15 - Abysmal) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Maskottchen nach Maß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Fähnlein Fieselschweif soll am großen Festumzug beim großen Entenhausener Volksfest teilnehmen und sucht jetzt nach einem Maskottchen, das schon aus der Ferne den Fähnlein-Wagen ankündigt. Es fallen der Tiernamen viele, doch keiner kann so recht zufriedenstellen: ein Murmeltier kann man nicht einfach so abrichten und „einen Hund hat jeder“. Daisy hat schließlich die rettende Idee und schneidert Donald ein kleidsames Murmeltierkostüm…
Sicherlich konnte es nach der vorherigen Vollkatastrophe nur aufwärts gehen, und doch weiß die kleine Fähnlein-Fieselschweif-Geschichte von Ed Nofziger und Tony Strobl (Tusche: Steve Steere) auch objektiv durch ihre Professionalität und ihren zurückhaltenden Charme zu überzeugen. Und mit diesem zotteligen Hund, der den Kindern nachläuft, zwischenzeitlich sogar zum Murmeltier aufgehübscht werden soll, schließlich das ganze „traute Heim“ der Ducks durcheinanderbringt und am Ende beim Festumzug passenderweise für den Entenhausener Tierschutzverein aufläuft, gibt es sogar einen echten Sympathieträger. (8/15 - Satisfactory) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Donald bleibt am Ball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gustav und Donald werden vom Trainer quasi gleichzeitig aus der Basketballmannschaft des Entenhausener TV geworfen, weil sie mehr gegen- als miteinander spielen. Derart teamlos geworden, beginnen sie beide, Jugendmannschaften zu trainieren. Dagobert organisiert für Donalds Team (zu dem selbstverständlich auch Tick, Trick und Track gehören) ein Spiel in Costa Blanca – ein Vorwand, um einen enorm wertvollen Diamanten, ohne Verdacht zu schöpfen, verborgen im Basketball außer Landes zu schaffen. Sowohl die Panzerknacker als auch Gustavs Team bekommen Wind von der Sache und brechen ebenfalls nach Costa Blanca auf, wo ein heilloses Durcheinander im Kampf um den richtigen Ball entsteht. Unehrenvoll muss Donalds Team die Heimreise antreten, glaubt aber zumindest den Ball mit dem Diamanten im Gepäck zu haben. Doch wie sich herausstellt, hat Gustav diesen bereits bei Onkel Dagobert abgeliefert – im Tohuwabohu in Costa Blanca war es ihm gelungen, die Bälle auszutauschen. Donald traktiert aus Rachegelüsten Gustav mit Fußtritten…
Das Jahr 1963 war ein magisches Jahr im Schaffen von Romano Scarpa – Früher im Jahr waren unter anderem die Micky-Abenteuer „Der Mann aus Ping-Pong“ (LTB 13) und „Das kostbare Korallenkänguruh“ (LTB 29), aus der Entenwelt die kaum minder genialen „Onkel Dagobert ist ein Schatz“ (LTB 7) und „Der Schatz des Dogen“ (LTB 12) erschienen. Im Dezember ließ es Scarpa einige Grade nachlässiger angehen, und doch macht auch diese Sport-Satire einigen Spaß. So viel Körperkontakt gab es bei Romano Scarpa selten – nichts lässt vermuten, dass beim Basketball der Körperkontakt im Grunde verboten ist. Turbulent vor allem die Szenen im Stadion von Costa Blanca. Noch bevor er sein Mikrofon verschluckt, bringt der Reporter das Durcheinander auf den Punkt: „Ist denn so was möglich? Eine Mannschaft völlig unbekannter Herkunft stürmt das Stadion… ich versteh‘ überhaupt nichts mehr…“ (S. 195) Ein lebenslanges Stadionverbot für alle Entenhausener Sportmannschaften in Costa Blanca wäre das Mindeste nach all dem, was geschehen ist. (11/15 - Good) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)

Ohne Fleiß kein Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Dagobert Duck ärgert sich über den Müll in den Straßen, ruft die Aktion „Sauberes Entenhausen“ ins Leben und lobt eine Prämie für den eifrigsten Unratbeseitiger der Stadt aus. Auch Donald und seine Neffen sind Feuer und Flamme. Und obwohl zunächst vieles in deren Sammelaktion daneben geht, stehen sie am Ende doch als Sieger da, weil sie den schrottigen Lieferwagen, auf dem sie vorgefahren sind, einfach zum gesammelten Müll hinzuzählen. Und die Prämie? Donald hat sich gewiss etwas anderes vorgestellt als Eis und Tickets für den Zirkus…
Auch diese amerikanische S-Code-Geschichte war in dem I Classici, das die Vorlage für LTB 108 bildete, nicht enthalten, macht aber im Vergleich zu seinen Vorgängern zu viel falsch. Die Story ist langweilig und die von Jack Manning gezeichneten Enten und Nebenfiguren sind hässlich – kann man glatt vergessen. (2/15 - Terrible) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Das Talerbäumchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Zuge einer Umweltaktion kommen Tick, Trick und Track zufälligerweise an ein von Daniel Düsentrieb gezüchtetes Talerbäumchen, das sodann in Donalds Vorgarten gedeiht. Um ja niemanden auf sein Potenzial aufmerksam zu machen, kauft Donald eine einsame Insel und beginnt die Talerbäumchen dort plantagenweise anzubauen. Tick, Trick und Track sind empört, wie ähnlich Donald innerhalb kürzester Zeit seinem Onkel Dagobert wird, und jagen den Vulkankegel, in dem Donald seine „Ernte“ aufbewahrt, in die Luft. Und wer ist Nutznießer? Onkel Dagobert, auf dessen Brachland an der Küste ein Zyklon niedergeht, der unerklärlicherweise eine unglaubliche Menge von Goldmünzen mitbringt…
Das kleine Giorgio-Bordini-Doppel am Ende von LTB 108 beginnt mit dieser von Michele Gazzarri getexteten Geschichte, die kaum der Rede wert ist. Wie das Ganze ausgehen wird, riecht man schon drei Meilen gegen den Wind, als Donald auf die glorreiche Idee kommt, seinen neu erworbenen Reichtum in einem Vulkankegel aufzubewahren. In Maßen interessant wenigstens, wie konkret Donald beginnt, seinen verhassten Onkel nachzuahmen, bis er sich sogar einen Spazierstock schnitzt und einen Überzieher näht. Das nennt man wohl „sich abarbeiten“… (3/15 - Rubbish) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)

Der Truthahn-Angler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ab und an steht auch einem Meisterangler der Sinn nicht mehr nach Fisch, sondern nach einem fetten Truthahn. So ergeht es den Kindern und Donald, Dauersieger im Preisangeln. Wie gut, dass im Stadtpark einige der delikaten Vögel ausgesetzt wurden. Aber da man sie dort nicht jagen darf, will sie Donald das tun, was er ohnehin am besten kann: sie „angeln“. Nun gibt es dort aber einen Aufseher, der etwas dagegen hat, und auch schon neben den klickenden Handschellen „die entsprechenden Vorschriften und Formulare“ mit zu dem Delinquenten trägt. Donald trickst sich diverse Male selbst aus, zuletzt, als er sich als Truthahn verkleidet, vom Aufseher aber eingefangen wird, damit „der Herr Direktor“ einen saftigen Sonntagsbraten serviert bekommen kann. Mit knapper Not kann Donald mit den Kindern in Richtung Küste entfliehen: „Ich halte erst, wenn ich ein bestimmtes unangenehmes Klicken nicht mehr im Ohr habe“ (S. 253)…
Wie es aussieht, wenn eine Ente einem entfernten Vetter der Vogelfamilie zu Leibe rückt, stellen Rodolfo Cimino und Giorgio Bordini in dieser Geschichte von 1966 nicht gerade logisch und subtil, aber an einigen Stellen doch noch ganz amüsant dar. Wobei der Grundgedanke, dass „Angeln“ kein „Jagen“ ist, schon einen unangenehm pelzigen Geschmack des An-den Haaren-Herbeigezogen-Seins am Gaumen bildet. Aber irgendwie kann die Abstrusität ihrer Anlage die Geschichte nicht bis in ihre Grundfesten erschüttern, nicht einmal, als Donald schon in die Ställe einer Truthahnzucht eingedrungen ist, dort aber der heißen Ware nur die Federn ausreißt, um sich zu verkleiden: „…ich bin nun mal Angler / und kein Dieb!“ (S. 244) (5/15 - Somewhat Bad) Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)
Fazit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
„Donald ist im Bilde“ nimmt in der 492 Bände umfassenden LTB Topliste einen miesen Rang 446 ein und wurde von den Lesern somit als der schlechteste der I Classici-Phase (Band 1-116) eingestuft. Was den Ausschuss angeht („Trautes Heim – Glück allein!“!), ist dagegen nicht viel zu sagen, und doch kann man feststellen, dass Mondadori mit den Jahren eine ganz ordentliche Routine darin entwickelte, seine Bände durch die Streuung lange nicht aufgelegter älterer Comics des begnadeten Autor-Zeichners Romano Scarpa (hier: „Die Kürassier-Rosen“ und „Donald bleibt am Ball“) bis zu einem gewissen Grade aufzumöbeln. Außerdem fällt auf, dass hier ein Schwerpunkt auf den Gag-Geschichten liegt, die die Kinder, vor allem aber Donald, seinen verschiedenen vorhandenen oder nicht vorhandenen Talenten nachgehend, in den Mittelpunkt stellen. Die Figur Dagobert Duck, und damit auch dessen abenteuerliche Schatzsuchen oder Geschäftsideen, tritt diesmal deutlich zurück. Hobrowili (Diskussion) 07:09, 10. Mär. 2026 (CET)