Schelmischer Zauberer
Der Schelmische Zauberer (ital. Il Mago Burlone) ist ein trickreicher Zauberer, der anderen Leuten mit seiner Magie zu gern Streiche spielt und die Welt auf den Kopf stellt. Erfunden wurde er 1967 von Autor Pier Carpi für eine Geschichte mit Schneewittchen und von Romano Scarpa zeichnerisch umgesetzt.
Aussehen und Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Als typischer Zauberer ist der Schelmische Zauberer an seinem spitzen Zauberhut und dem Zaubermantel zu erkennen, auf dem Monde und Sterne abgebildet sind. Sein Markenzeichen ist der charakterische weiße Bart, der in zwei Teile geteilt ist und der sowohl nach links als auch nach rechts unter seiner runden Nase hervorragt. Der Bart steht wahrscheinlich symbolisch für die Gegensätzlichkeit der Dinge, die in den Geschichten mit ihm oft eine Rolle spielt. Außerdem hat der Schelmische Zauberer zwei schwarze Zöpfe, die nach oben stehen und wie Hörner aussehen.
Der Schelmische Zauberer ist ein gewiefter Magier, der mit seinen Zaubertricks gerne einmal die Welt auf den Kopf stellt. Dabei ist es meistens sein Anliegen, den Personen genau die geheimen Wünsche zu erfüllen, die sie in seiner Gegenwart unbedachterweise äußern. Immer wenn der Schelmische Zauberer ebenjene Wünsche mit seiner Magie erfüllt, freuen sich die Leute zuerst über die geänderte Realität, bekommen allerdings mit der Zeit mit, dass ihr unheilvoller Wunsch doch viele negative Konsequenzen mit sich bringt. Nur, wenn die Opfer des Schelmischen Zauberers aus freien Stücken zu dieser Erkenntnis gelangen, nimmt er den magischen Zauber zurück und stellt den Status Quo wieder her. Damit ist der Schelmische Zauberer im Grunde genommen kein böser Magier, sondern will den Leuten lediglich den Spiegel vorhalten – außerdem beobachtet er die Leute sehr gern und freut sich über die verkehrte Welt.
Der Schelmische Zauberer hat Ähnlichkeit mit anderen mysteriösen Magiern, die plötzlich auftauchen und wieder verschwinden. Zum Beispiel trifft Dussel Duck in Das Paradoxoskop (LTB Halloween 6) auf den wundersamen Doktor Wunderlich. Ein weiteres Beispiel ist der wiederkehrende Doktor Feder, der jedoch stets Böses im Sinn hat.
Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Schelmische Zauberer wurde im Jahr 1967 für die Comicgeschichte I Sette Nani e il mago burlone von Pier Carpi und Romano Scarpa entwickelt, die erstmalig im italienischen Topolino Nummer 581 erschien. Die Geschichte zählt zur Comicserie mit Abenteuern von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Es handelt sich vorliegend um eine kuriose Geschichte, in der Schneewittchen nur eine kleine Rolle spielt. Die Krähe der Königin verkleidet sich als Schneewittchens Stiefschwester, um die Tiara, die die Prinzessin von den Zwergen erhalten hat, durch eine neue zu ersetzen, die die Kraft hat, sofortigen Todesschlaf zu verursachen. Königin Grimhilde sorgt dann für Unfrieden unter den Zwergen, indem sie ihrem Stachelbeerkuchen einen „Zankzauber“ beifügt. Die Geschichte findet ihr Ende, als sie den Schelmischen Zauberer Joker um Hilfe bitten, der das Schloss der Königin in eine Art Eden verwandelt und ihre Kristallkugel durch eine identisch aussehende Seifenblase ersetzt. [1]
Inspiriert wurde Pier Carpi bei der Gestaltung des Schelmischen Zauberers vermutlich von dem Kinderbuch The Mystery of the Merry Magician von Ellery Queen Jr.. Dabei handelt es sich um ein Pseudonym, unter dem zwei amerikanische Cousins aus Brooklyn – Daniel Nathan, alias Frederic Dannay (1905–1982), und Manford (Emanuel) Lepofsky, alias Manfred Bennington Lee (1905–1971) – Kriminalromane schrieben. Die Cousins gründeten und leiteten außerdem das Ellery Queen's Mystery Magazine, eines der einflussreichsten englischsprachigen Krimimagazine des 20. Jahrhunderts.[2]
Nach langer Abwesenheit wurde der Schelmische Zauberer von Enrico Faccini im Jahr 2016 wiederentdeckt und in seiner Rolle als zauberhafter Streichespieler in einer Gagstory mit Gundel Gaukeley wiederverwendet. Darin amüsiert sich der Schelmische Zauberer als Auktionator im Land der Hexen und Magier, der Gundel ein verhextes Sofa andreht, mit dem Gundel ihren Erzrivalen Dagobert Duck aufs Knie legen will. Am Ende der Story wird der lustige Zauberer für seine Taten gefeiert, gesteht jedoch, dass es sich dabei nur um einen Spitznamen handelt.
Einen zweiten Auftritt bei Faccini hatte der Schelmische Zauberer in Der Hennenflüsterer. Hier hat der Zauberer einen Karren, den Dussel zuerst für einen Eiswagen hält und sich daher in ein Gespräch verwickeln lässt. Der lustige Zauberer erfüllt Dussel den Wunsch, mit Hennen reden zu können, was für einige Heiterkeit sorgt.
Zuletzt trat der Streichespieler in Schneezauber auf und sorgte mit einem Zaubertrick dafür, dass Donald Duck vergisst, dass er mit Dussel Duck und Gustav Gans zwei Vettern hat. Doch am Ende macht der schelmische Zauberer den Bann wieder rückgängig, da er erkennt, dass Donald, Dussel und Gustav sich auch ohne familiäre Verbindung miteinander angefreundet haben.
Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- I Sette Nani e il mago burlone (Skript: Pier Carpi, Zeichnungen: Romano Scarpa und Giorgio Cavazzano; auf Deutsch unveröffentlicht)
- Der magische Gumburumbu (Skript: Enrico Faccini, Zeichnungen: Enrico Faccini; erschienen in LTB 490)
- Der Hennenflüsterer (Skript: Enrico Faccini, Zeichnungen: Enrico Faccini; erschienen in LTB 554)
- Schneezauber (Skript: Gaja Arrighini, Zeichnungen: Silvia Ziche; erschienen in LTB 607)
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ https://filmic-light.blogspot.com/2015/05/overview-of-romano-scarpas-snow-white.html abgerufen am 08.02.2026
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Ellery_Queen aufgerufen am 08.02.2026